Verkehrssoziologie
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"[...] Spezialsoziol., die die sozialen Determinanten u. Konsequenzen moderner Verkehrstechnik analysiert. Verkehrswege u. Verkehrsmittel (Auto, Eisenbahn, Flugzeug) werden in ihrer Bedeutung als Kanäle u. Medien sozialer Information, Kommunikation, Akulturation u. Mobilität betrachtet, die sowohl die pluralist. Trennung u. Entfaltung einzelner Lebensbereiche wie die gleichzeitige Teilnahme des Menschen an mehreren dieser Bereiche ermöglichen." Aus: Hartfiel, G.; Hillmann, K.-H.: Wörterbuch der Soziologie, 3. Aufl., Stuttgart: Kröner, 1982.
Die Verkehrssoziologie ist eng verwandt mit weiteren Spezialsoziologien wie z.B. der Stadtsoziologie oder der Wirtschaftssoziologie.
Eine sehr schöne Erläuterung des Zusammenhangs zwischen Verkehr und Gesellschaft liefert Christoph Maria Merki in seinem Einführungsband Verkehrsgeschichte und Mobilität, 2008 erschienen im Verlag Eugen Ulmer / UTB:
"Verkehr ist der Austausch von Personen, Gütern und Nachrichten zwischen getrennten Standorten durch die Überwindung von räumlichen Hindernissen. [...] Räumlicher Austausch ist [...] eine unerläßliche Vorbedingung für den Zusammenhalt der Gesellschaften. [...] Man kann sogar noch weitergehen und feststellen: Ohne Verkehr gäbe es keine Kultur. Denn Kultur ist, um entstehen zu können, auf sozialen und damit unter anderem auf räumlichen Austausch angewiesen. Nicht zufällig meint das Wort Verkehr im Deutschen mehr als Transport. Es kann auch sozialen Austausch bedeuten ('sie verkehren nicht in diesen Kreisen'). Gesellschaften, die sich auf sich selbst zurückziehen, die den Verkehr unter ihren Mitgliedern und zu den Nachbargesellschaften unterbinden oder behindern, bleiben stehen, sie entwickeln sich nicht. Schon immer war individueller oder gesellschaftlicher Fortschritt ohne Fort-Schreiten, ohne Reisen, Mobilität und Erfahrung unmöglich. Der Weg ist in vielen Sprachen ein wichtiges Sinnbild für das Leben schlechthin, und selbst das Sterben wird oft als die letzte Reise beschrieben." (Merki 2008: 8f.)
An der TU-Berlin kann man Soziologie mit dem technischen Wahlfach Verkehrswesen verbinden. Inhaltlich sind Veranstaltungen des Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung besonders geeignet. Bitte informiert euch darüber hinaus, was formal möglich ist!
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Fallbeispiel(e):
Der sozioökonomische Wandel in Schrumpfungsraumen und Folgen für den Wirtschaftsverkehr (pdf) - studentische Arbeit vom Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung
Batteriebasierte Elektromobilität - Skizzen einer Diplomarbeit
Literatur:
- Zu techniksoziologischen Perspektiven des öffentlichen Verkehrs siehe:
Schöller, O. (Hrsg.): Öffentliche Mobilität - Perspektiven für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung. Wiesbaden: VS-Verlag, 2005. [1]
(Oberer Sammelband enthält auch einen Beitrag von Uli Meyer vom IfS.)
- Für einen umfassenden Überblick zur anwendungsbezogenen Verkehrsforschung siehe:
Schöller, O.; Weert, C.; Knie, A (Hrsg.): Handbuch Verkehrspolitik. Wiesbaden: VS-Verlag, 2007.
- Zur techniksoziologischen Deutung des Automobils:
Canzler, Weert: Das Zauberlehrlings-Syndrom - Entstehung und Stabilität des Automobil-Leitbildes. Berlin: edition sigma, 1996.
Populärwissenschaftliches:
- Rifkin, Jeremy (2002): Die H2-Revolution - Mit neuer Energie für eine gerechte Weltwirtschaft. Frankfurt a. M. / New York: Campus.
- Vester, Frederic (1999): Crashtest Mobilität - Die Zukunft des Verkehrs. München: dtv.
Forschungseinrichtungen / Arbeitstellen:
- Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ)
Internet-Links:
- Forschungs-Informations-System (FIS): Mobilität, Verkehr und Stadtentwicklung (Anmeldung erforderlich!)
- Zukunftmobil: Mobilität und Nachhaltigkeit im 21. Jahrhundert
- "Mobilität bedeutet immer Macht." - ZEIT-Interview mit Verkehrsforscher Knoflacher
- Verkehrsforscher Andreas Knie in der Financial Times vom 17.11.08