Prozessproduzierte Daten I
Aus Soz-Wiki
1) Was ist Visual Literacy?
Die Fähigkeit zum guten wissenschaftlichen Sehen. Man muss bspw. Visuellen Semantiken einer Kultur kennen, um das entsprechende Material richtig interpretieren zu können.
2) Welche Vorteile haben Videodaten gegenüber anderen Datenformen? (Stichworte genügen)
Der Kontext wird aufgezeichnet | Erschließung neuer Aspekte des Forschungsgebiete Möglichkeit der „Detailanalyse“ | große Intersubjektivität weniger / keine Reaktivität | kein "going native" des Beobachters
3) Wozu können visuelle Daten in der Soziologie dienen? (Stichworte genügen)
- Kontext der Entstehung der Daten - Intention des Autors - Dargestellte Sachverhalte - Intendierte oder reale Wirkung
28) Sekundärdaten: Ein Komilitone lädt sich für seine Diplomarbeit den Datensatz der Umfrage ALLBUS 2000 von der Webseite der GESIS herunter, nicht aber die Dokumentation oder das Codebuch. Er verwendet den Datensatz, so wie er ist und berechnet den Zusammenhang zwischen regionaler Herkunft und Einstellung zum Sozialstaat. Was ist hier anzumerken?
- Enstehungsprozess der Daten kann nicht auf Fehler/Ungenauigkeiten kontrolliert werden - eigene Überprüfung der Daten nach Gültigkeit sowie Generalisierbarkeit - verwendetes Datenerhebungsverfahren unklar - unklar, wer Studie durchgeführt hat
29) Aggregatdaten: Ein Bildungspolitiker lädt sich von den Webseiten des US-Kongresses den Anteil der College-Absolventen von allen U.S.-Amerikanern eines Jahrgangs herunter und vergleicht ihn mit dem Anteil der Hochschulabsolventen an allen Deutschen eines Jahrgangs. Er stellt fest, das die Absolventenquote in den USA wesentlich höher ist und fordert deshalb, dass die deutsche Absolventenquote steigen muss. Was ist hier anzumerken?
- Anteil der Absolventen sind (fertige) Maßzahlen, d.h. von Forschern konstruiert/abstrahiert - Konstruktion muss näher überprüft werden - Maßzahlen u.U. nicht miteinander vergleichbar - unklar auf welchen Ebenen und mit welchem Zweck die Maßzahlen konstruiert wurden
28b) 1988 lag die Arbeitslosenquote in der Bundesrepublik Deutschland bei 8,7 %, 1998 bei 12,3 %. Daraus schließen Politiker, dass die deutsche Arbeitslosenquote drastisch angestiegen ist. Was ist hier anzumerken?
- Maßzahlen beruhen höchstwahrscheinlich auf verschiedenen Datensätzen (Quote bezieht sich auf: 1988 nur West-, 1998 Gesamtdeutschland) - keine Vergleichbarkeit der Maßzahlen