Offene Befragung

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nicht standardisiert

nennt man auch qualitatives Interview

offene Fragen gestatten mehr Flexibilität

das Gespräch hat ein Ziel, aber keinen festgelegten Ablauf

gut geeignet für Politikwissenschaft

man kann Tiefeninterviews durchführen

Erzählen im Vordergrund und wissenschaftliche Untersuchung im Hintergrund

persönliche, sensible Themen können angesprochen werden

Bei noch wenig erforschten Forschungsfragen sollte man zur Gewinnung eines Überblicks eine offene Befragung verwenden

man benutzt sie auch zur Erhebung differenzierter Meinungsäußerungen, Analysen & Zusammenhangsinterpretationen für einen komplexen Themenbereich

sie ermöglicht eine detaillierte Erfassung eines Einzelfalls mit authentischen Informationen

man kann eine Vertrauensbasis aufbauen


1) Welche Formen der offenen Befragung existieren, und wodurch unterscheiden sie sich?


die Formen der offenen B. unterscheiden sich im Ausmaß der Standardisierung: Wie genau sind die Fragen und deren Reihenfolge vorgegeben?

Wie groß ist der Spielraum des Interviewers?

Was ist die Zielsetzung? Will man eine Expertenmeinung oder eine persönliche Situationseinschätzung?

der äußere Rahmen spielt hierbei auch eine große Rolle. Wie läuft das Interview ab? persönlich, telefonisch, Zahl der Sitzungen


           --> narratives Interview: 

der Befragte erzählt völlig frei, vom Thema. gezieltes Nachharken möglich;

Ziel: Individuelle Werte / Meinungen

der Forscher will den Befragten zum Erzählen bringen und gibt nur Anstöße

die Struktur der Befragung ist dem B. überlassen

es ist ein schmaler Grad für den Interviewer zwischen Ermunterung und Nicht-Eingreifen

Plausibilität und Empathie spielen eine wichtige Rolle

           --> Leitfaden Interview:  

Fester Themenkatalog, allerdings hohe Variabilität in der Auswahl der Fragen

stärker strukturiert als narratives I.

der Forscher stellt Themen zusammen, die angesprochen werden sollten

es ist problemorientiert

           --> Experten Interview:   

generell ist hier nicht die Meinung des Experten Gegenstand des Interesses, sondern sein Wissen zu einem bestimmten Thema

häufige Anwendung in der Politikwissenschaft

der befrage Experte hat eine gewisse Distanz zum Untersuchungsgegenstand

man will größere Zusammenhänge einordnen

Professionalität, Erfahrung und Einblick des Experten werden genutzt

Objektivität; die Persönlichkeit des Befragten spielt keine Rolle

           --> Gruppendiskussion:(bis zu 15 P.) 

Ziele: Untersuchung von Gruppenverhalten; welche Argumentationslinien treten auf?; Welche Fragen und Probleme treten auf? Befragung und Beobachtung gleichzeitig: entweder durch Filmaufnahmen oder durch verdeckten Beobachter

Diskussionsleiter führt zu bestimmten Themen

es ist nicht das Ziel, individuelle Meinungen aufzuzeichnen, sondern: Wie verhalten Menschen sich in einer Gruppe?

man untersucht die Gruppendynamik

außerdem will man herausfinden, welche Ansichten es überhaupt zu einem Thema gibt

man muss die relevanten Beiträge herausfiltern; man will verbreitete Argumente auffinden, da das meistens das Ziel der politischen und kommerziellen Meinungsforschung ist

durch Diskussionen entwickeln sich differenziertere Urteile als durch Einzelbefragungen

große Alltagsnähe erlaubt auch spontane Äußerungen

die Analyse kann allerdings sehr kompliziert sein aufgrund von Missverständnissen

außerdem: durch Gruppendruck werden abweichende Meinungen manchmal verschwiegen



2) Wie geht man vor, wenn man eine offene Befragung durchführt. Erläutern Sie, was zu tun ist im Rahmen der Interviewvorbereitung:

Zugänglichkeit und Verfügbarkeit der Befragten?

Interesse und Vertrauen der Befragten muss bei Kontaktaufnahme gewonnen werden

Anonymitätswahrung? man muss seriös erscheinen und auf die Bedürfnisse der Befragten eingehen

aufgrund der kleinen Anzahl der Befragten handelt es sich nicht um eine Zufallsstichprobe

manchmal macht man eine Quotenstichprobe, aber meistens: bewusste Stichprobenauswahl, bei der Kriterien erstellt werden, die die Befragten erfüllen müssen

manchmal müssen repräsentative Personen in verschiedenen Phasen identifiziert werden

             - Forschungsziel definieren
             - Kontakt herstellen
             - Leitfaden erstellen


Erstellen eines Leitfadens, nämlich in folgenden Arbeitsschritten:

Ideensammlung: Erstellung einer Themenliste

Spezifikation der Themen

Ordnung und Überarbeitung der Themenliste

Anordnung von Themenkomplexen

Abstimmung auf verfügbare Zeit

welche Themen sind unverzichtbar?

Gesprächsanfang: Zusammenfassung des Untersuchungsinteresses; Planung des Ablaufs; Einstiegsfragen?

Layout: Ort, Datum, Angaben über den Befragten; ergänzende Eindrücke

Probeinterview; eventuell Überarbeitung des Leitfadens

auswendig lernen

der Interviewer muss fachlich kompetent sein und kompetent auf dem Gebiet der Gesprächsführung sein

Wie wird protokolliert? Gesprächsmitschriften oder –aufnahmen?


3) Welche Regeln gelten für eine gute Interviewführung?


offenes Verhalten, auf den Anderen eingehen

subtiles Lenken, (kritisches) Nachfragen

in der Eingangsphase muss eine lockere Atmosphäre geschaffen werden

Vertrauen, Nervosität beseitigen

Welche Protokollierungstechnik benutzt man? Mitschreiben kann störend sein

die Eröffnungsfrage muss Empathie und Kompetenz vermitteln

Interviewer muss das Gespräch unbemerkt lenken

Körpersprache, Geduld, Ermutigung, Nachfragen, Aufmerksamkeit

Durchbrechen des Frage-Antwort-Schemas

exmanente Fragen = geplant

immanente F. = Zusatzfragen aus dem Gesprächsverlauf

Exkurse zulassen und nicht zu sehr auf dem Leitfaden beharren



4) Welche Fehler können bei der Transkription gemacht werden? Was kann man tun, um diese Fehler zu vermeiden?


Fehlinterpretation im Nachhinein, falsch gesetzte Anführungszeichen können das Gesagte verzerren

Abstraktionsschritt: Rohdaten werden in Text und Zahlen umgewandelt


was transkribiert wird: Verhalten, Lautschrift, Gesten, Mimik festhalten(notieren, filmen)

Interviewer = Transkribent

Transkribentenschulung

Tonmitschnitt eines Interviews soll in Textform umgewandelt werden (z. B.)

man könnte auch selektiv transkribieren und dann zusammenfassen, aber bei dieser Kürzung erfolg wahrscheinlich schon eine Interpretation

Fehler des Sprechers dürfen im Nachhinein nicht berichtigt werden  unverfälschte Wiedergabe

gute Aufnahmequalität  keine Auslassungen beim Anhören

Kontext beachten



--> Nachteile der offenen Befragung

aufwendige Datenerhebung und -auswahl

Verhältnis: Geld, Zeit, geringe Fallzahl

Repräsentativ? kleine Stichproben!

Sind Verallgemeinerungen überhaupt möglich?

schlechte Vergleichbarkeit der Daten  außerdem sind die Fragen nicht identisch, kein direkter Vergleich der Antworten

Menschen drücken sich auf verschiedene Arten aus, was ist aber wirklich gemeint?

zur Auswertung können keine statistischen Verfahren genutzt werden, sondern nur Textanalyse und Interpretation

sowohl das Fehlerrisiko als auch die Bedeutung des Ergebnisses kann nur ungefähr abgeschätzt werden