Leila im Licht der politischen Ökonomie

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„Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ungeheure Warensammlung...“
(Erste Worte aus Marx: Das Kapital)


Eine der schärfsten Waffen, die von Verfechtern der kapitalistischen Warenwirtschaft ins Feld geführt wird, ist ihre angeblich überlegene Effizienz. Das Scheitern der Plan- und Vetternwirtschaft in den ehemals staatssozialistischen Ländern, so das Argument, habe gezeigt, dass eben nur der Kapitalismus in der Lage sei, Waren unter geringsmöglichem Aufwand aber mit größtmöglichem Effekt bereitzustellen. Andersartige Produktions- und Distributionsmethoden stehen seither unter Ideologieverdacht. Schließlich seien sie nur unter Preisgabe von rationaler, und damit vernünftiger, Warennutzung zu haben.

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Leila im Licht der politischen Ökonomie wirft nun eine alte Frage neu auf: Ist die kapitalistische Warenaneignung des Privateigentums tatsächlich so effizient, wie vielfach behauptet wird? Ist es wirklich sinnvoll, wenn Viele das Gleiche weitgehend ungenutzt im Privathaushalt stehen haben? Ließe sich nicht eben jene „ungeheure Warensammlung“ einsparen und damit endliche Rohstoffe und Transportkapazitäten nachhaltiger einsetzen?

Hier tut sich offenbar eine Kluft auf: Einseits der kapitalistische Massenmarkt mit einer Quantität an Warenabsatz gigantischen Ausmaßes, andererseits eine noch nicht näher definierte Ökonomie der Teilhabe Vieler am Wenigen. Im Massenmarkt ist es letztlich egal, was vermarktet wird. Ob Hammer, Haschisch oder Hamster: Was zählt ist allein der Preis, oder anders ausgedrückt, der Tauschwert. Die eigentliche Qualität, bzw. der Gebrauchswert, ist lediglich ein subjektives Anhängsel im Auge des Käufers.

Stiftete früher die arbeitsteilige Produktion in Verbindung mit dem Sozialstaat die Beziehungen zwischen den Menschen, so ist heute der global Konsumierende auf sich allein gestellt. Konsumiert er zu langsam, wird er aufgrund veralteter Konsumgüter von den Mitmenschen verlacht und verhöhnt.

Die Ökonomie der Teilhabe versucht diese Verhältnisse umzukehren und zu entschleunigen. Der Teilende fragt nicht "Wieviel kostet mich a im Vergleich zu b?", sondern "Wie teile ich a und borge mir b?". Nicht der Preis als abstraktes Vergleichsmaß steht zwischen den Warenbesitzern. Ausschlaggebend wird der tatsächlich sinnliche Nutzen der Sache selbst. Ein Gegenstand steht dabei für viele. Der solidarische Nutzen wird - anstelle des Geldes - zum Bindeglied der Teilenden. Nicht die Verschwendung wird zum Maß der Dinge, sondern der gemeinschaftliche Gebrauch.

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Weblinks

Konformität und Selbstbefreiung Gespräch mit dem Soziologen Zygmunt Bauman


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