Hausarbeiten
Aus Soz-Wiki
Inhaltsverzeichnis |
Die schriftliche wissenschaftliche Arbeit
Die schriftliche wissenschaftliche Arbeit ist neben dem Referat und der Diskussion ein wichtiges Medium der Vermittlung wissenschaftlicher Argumente, wobei neben dem Inhalt auch die formale Gestaltung, also das Erscheinungsbild des Textes, eine wichtige Rolle spielt. Eine gut gegliederte, formal einwandfreie und damit für Leser transparente schriftliche Arbeit lässt erkennen, wie gründlich das Thema bearbeitet worden ist.
Vorbereitung
Schwierigkeiten
- Man nimmt sich zu viel auf einmal vor, ohne sich darüber klar zu sein, dass ein wissenschaftlicher Text nur in mehreren, nacheinander folgenden Schritten entwickelt werden kann.
- Das Thema der Arbeit ist zu wenig eingegrenzt oder beinhaltet keine klare Fragestellung. Der Versuch "alle" Aspekte eines Themas zu erfassen, führt häufig zu einer unübersichtlichen Informationsansammlung, die nicht mehr in einem Text mit begrenztem Seitenumfang darzustellen ist.
- Schreiben wird häufig nur als abblidender, nicht aber als erkenntnisfördernder Prozess verstanden.Dies hat zur Folge, dass das Schreiben so lange hinausgezögert wird, bis man meint, alles verstanden zu haben, um den Text dann "nur noch" aufzuschreiben. Das erschwert den Beginn des Schreibprozesses erheblich.
- Schriftliche Arbeiten werden häufig zeitlich zu wenig geplant. Dabei ist die Überlegung, bis wann die Arbeit fertiggestellt sein soll, welche einzelnen Schritte dabei anstehen undwie viel Zeit dafür jeweils zur Verfügung steht, also eine zeitliche Planung, eine Hilfe, sich nicht in inhaltlichen Details zu verzetteln.
Thema, Vorgehensweise
- Das Thema der Arbeit sollte zur gestellten Aufgabe, dem Inhalt und Diskussionen des jeweiligen Seminars passen. Im Vorfeld sollte geklärt werden, wie die genaue Fragestellung des gewählten Themas lautet, so dass eine umfassende und zugleich detailierte Darstellung ermöglicht wird. Wie will man sich dem Thema nähern, soll ein sozialer Tatbestand definiert, verglichen, analysiert, für oder gegen ihn argumentiert werden und warum?
- Man sollte den Adressaten im Kopf behalten. Welches Vorwissen kann vorausgesetzt werden, welche Erwartungen wollen und sollen mit der Erarbeitung erfüllt werden?
- Nicht routinierte Verfasser einer schriftlchen Arbeit können sich an vorliegenden Hausarbeiten von Kommilitonen, Diplom- und Magisterarbeiten sowie Promotionen und Aufsätzen orientieren. Wichtig ist in diesem frühen Stadium des Schreibprozesses, dass ein Gefühl für eine systematische Struktur entsteht.
Literaturrecherche, Fragestellung, Zeitplan
- Es ist ratsam für die Literatursuche und die erste Gliederung sich ungefähr zwei Wochen Zeit zu nehmen, um auch eventuelle Themenveränderungen kompensieren zu können.
- Nun hat man sich mit dem Thema vertraut gemacht und ist in der Lage aus einem konkreten Problem heraus eine Fragestellung in Form von einer Arbeithypothese zu formulieren. Nachdem die Fragestellung klar ist, zergliedert man seine Arbeitshypothese/n in einzelne Punkte und setzt diese in eine erste Gliederung der Arbeit zusammen. Es gibt wohl kaum jemanden der mit der ersten Gliederung eines Textes zufrieden ist, d.h. Korrigieren, Streichen, Ergänzen und Überarbeiten sind essentielle Bestandteile jedes wissenschaftlichen Schreibprozesses.
- In der Zeitplanung sollte daher genügend Raum oder Pufferzeit für die Überarbeitung, Kontrolle, Formatierung und Korrktur des Textes vorhanden sein.
Formale Elemente
- Deckblatt
- Inhaltesverzeichnis oder Gliederung mit Seitenangaben
- Abkürzungsverzeichnis falls notwendig
- Tabellen- und/oder Abbildungsverzeichnisse falls notwendig
- Haupttext
- Literaturverzeichnis alphabetisch geordnet
- Anhänge falls notwendig
Deckblatt
Es beinhaltet den Titel der Veranstaltung, den Namen der VeranstalterIn, Angaben über die formale Funktion des Textes (Hausarbeit,...), das Thema der Arbeit als Titel, den Namen des Autors oder der Autorin mit der Nennung von Hauptfach und und Semesterzahl (z.B. SoSe 2010).
Gliederung
Beispielhafte Darstellung einer Gliederung mit Seitenzahlen
1. Einleitung ...........................................................................................1
- 1.1 Problemstellung ..........................................................................2
- 1.2 Abgrenzung der Fragestellung, Gegenwärtiger Forschungsstand .....2
- 1.3 Hypothesen ................................................................................4
- 1.4 Ziel der Arbeit .............................................................................4
2. Hauptteil ............................................................................................5
- 2.1
- 2.1.1
- 2.2
- 2.2.1
- 2.2.2
- 2.3
- 2.3.1
- 2.3.2
3. Schluß (Zusammenfassung und Ausblick) ............................................34
Haupttext
Inhaltlich besteht die schriftliche Ausarbeitung eines Themas im Haupttext der Arbeit aus drei Elementen.
- Einleitung
- Hauptteil
- Zusammenfassung, Fazit oder Schluss
Bei einer Gruppenarbeit sind die Beiträge der einzelnen Autoren inhaltlich und formal zu einer Einheit zu integrieren. Wer welchen Abschnitt bearbeitet hat, ist anzugeben.
Einleitung
Die Einleitung formuliert das Thema der Arbeit, in ihr wird die Vorgehensweise erläutert und ein Überblick über die Problemstellung gegeben. Weitere Aspekte der Einleitung:
- Hinführung/Einordnung des Themas
- Abrenzung des Themas
- Stand der Forschung
- Methode oder Verfahren der Arbeit
- Hinweise auf das verwendete Literaturmaterial
- Überblick über den inhaltlichen Aufbau der Arbeit
- Ziel der Arbeit
Der Umfang der Einleitung kann zwischen 1 bis 5 Seiten variieren, denn ausführliche theoretische Vorbemerkungen brauchen ihren entsprechenden Raum. Sie sollte selbstverständlich nicht länger als der Hauptteil sein.
Hauptteil
Im Hauptteil werden die Arbeitshypothesen nun entlang der einzelnen Gliederungspunkte und mit Hilfe des entsprechenden Materials diskutiert und argumentativ bearbeitet. Die Argumentation entsteht durch die Anordnung oder Strukturierung der einzelnen Elemente oder Gedankenschritte.
- nebeneinandergestellt, die Einzelargumente führen zu unterschiedlichen Begründungen eines Sachverhaltes
- argumentative Kette, zeichnet eine historische Entwicklung, begründet schrittweise
- These-Antithese-Synthese, Vergleich und abwägende Gegenüberstellung unterschiedlicher Positionen
Zusammenfassung
Das Schlusskapitel beinhaltet eine knappe Zusammenfassung der Ausgangshypothese, Hauptargumenete und der wichtigsten Ergebnisse der Arbeit. Hier ist der Raum, wo die wichtigsten Ergebnisse bewertet und in eine übergeordnete Problemstellung gebunden werden. Die gewonnenen Erkenntnisse, die aus ihr resultierenden neuen Fragen und ungelöste Probleme bilden letztlich einen abschließenden Ausblick.
Tip
Es sollte stets der logische Aufbau der Arbeit anhand der Gliederung überprüft werden. Die Gliederung verändert sich während des Schreibprozesses und forschenden Lesens mehrfach, eine endgültige Gliederung kann erst nach Fertigstellung des gesamten Manuskripts feststehen.
Man sollte sich stets fragen, ob die Argumentation klar ist, ob der rote Faden da ist, ob wichtige Elemente fehlen, welches die Stärken und Schwächen eines Arguments sind, wo ist der interessante Punkt und wie wird er deutlich, ob weitere Details recherchiert werden müssen, ob der Aufbau der Arbeit verändert werden muss,...
Formalitäten
Ein Kriterium von wissenschaftlichem Arbeiten besteht darin, den Gebrauch fremden Materials nach- bzw. auszuweisen. Die Formen, mit denen das Erkennen von fremdem Material sichergestellt werden kann, werden Beleg genannt.
Ein Beleg umfaßt mehrere Möglichkeiten des Ausweisens:
- in Form der Zitation,
- in Form der Titelangabe,
- in Form der Anmerkung.
Formale Funktionen des Belegs:
- er ermöglicht die Unterscheidung zwischen eigenem und fremden Gedankengut,
- er garantiert die Nachprüfbarkeit des fremden Gedankenguts.
Inhaltliche Funktionen des Belegs – Er dient:
- der Weiterführung und Ergänzung des eigenen Gedankengangs,
- der besonderen Hervorhebung oder Bestärkung der eigenen Meinung,
- der Bestätigung wissenschaftlicher Thesen durch anerkannte Autoritäten oder Arbeiten der Wissenschaft.
Zitation
Allgemeine Regeln
Regel 1: Zitate sind als solche immer zu kennzeichnen
1. Wörtliche Zitate werden durch Ein- und Ausführungszeichengekennzeichnet.
- „………." ; "………." ; «……..» ; '………' u.a.
2. Nicht-wörtliche (sinngemäße) Zitate werden nicht in Ein- und Ausführungszeichen gesetzt.
- Original: „Eine solche politische Perspektive von Sozialarbeit ist natürlich nicht nur mit kognitiven Lernprozessen verbunden, sondern wird ständig durch politische Lernprozesse angeregt."
- sinngemäß: Die politische Perspektive der Sozialarbeit hängt mit kognitiven und politischen Lernprozessen zusammen.
Regel 2: Zitate müssen genau sein
1. Form des Zitats: Genauigkeit bedeutet hier, immer wörtlich zu zitieren, d.h. einen Text in seiner Orthographie und Interpunktion genau wiederzugeben.
- „Nemlich er soll und muß wissen das, gott in ym sei, das er in nicht außtichte odder aussynne wie er tausent meilen von yhm sei."
- „Sie waren außer der Welt, sie waren außer Stanz, sie waren bey mir, und ich war bey ihnen."
2. Inhalt des Zitats: Genauigkeit bedeutet hier, dass jedes Zitat seinen ursprünglichen Sinn behalten muß, auch wenn es in einen neuen Kontext gestellt wird. Alle Veränderungen sind besonders zu kennzeichnen.
Regel 3: Zitate müssen unmittelbar sein
Die Unmittelbarkeit von Zitaten bedeutet, dass man nicht aus "zweiter Hand" zitieren sollte, sondern immer nur aus dem Original-Material, da man sich sonst der Gefahr aussetzt, Fehler eines anderen Autors zu übernehmen.
Ausnahmen:
- Zitieren aus "zweiter Hand" kann notwendig sein, wenn z.B. das Original-Material nicht erreichbar ist,
- es kann sinnvoll sein, wenn es sich um die Verarbeitung eines großen Gegenstandsbereichs handelt.
Sofern aus "zweiter Hand" zitiert wird, muß dies durch den Zusatz "zitiert nach" (wird meistens durch "zit. n." abgekürzt) gekennzeichnet werden.
Regel 4: Zitate müssen zweckentsprechend sein
Zitate sollten immer dem entsprechen, was man selbst damit zum Ausdruck bringen will. Enthält ein Zitat weitere, über den Kontext der eigenen Arbeit hinausgehende oder abweichende Aspekte, so ist es zu vermeiden.
Spezielle Regeln
Auslassungen
Auslassungen (auch Ellipsen genannt) in einem Zitat sind möglich, wenn dadurch der ursprüngliche Sinn des Zitats nicht verändert wird. Im Allgemeinen gilt für Auslassungen, dass sie durch drei Punkte gekennzeichnet werden, die häufig von zwei eckigen Klammern eingerahmt sind ([…]).
1.1 Auslassungen am Satzanfang
Der Anfang eines zitierten Satzes wird u.a. weggelassen, um ihn in den eigenen syntaktischen Zusammenhang zu integrieren. Hier geht das Einführungszeichen den drei Auslassungspunkten voraus.
- Original: „In Giddens' Akteur- und Handlungsbegriff kommt sein Anspruch der Überwindung des Dualismus von Mikro- und Makrotheorie zugespitzt zum Ausdruck. "
- Auslassung: Der Verfasser ist der Ansicht, dass hier „[…] sein Anspruch der Überwindung des Dualismus von Mikro- und Makrotheorie zugespitzt zum Ausdruck" komme.
1.2 Auslassungen mitten im zitierten Satz
Hier gilt die allgemeine Regel der drei Auslassungspunkte mit eckigen Klammern.
- Original: „Gleichzeitig, und das ist das zweite Merkmal, ist diese reflexive Fähigkeit beim Handeln meistens nicht bewußt einsetzbar."
- Auslassung: „Gleichzeitig […] ist diese reflexive Fähigkeit beim Handeln meistens nicht bewußt einsetzbar."
1.3 Auslassungen am Satzende
Bei Auslassungen am Satzende steht das Ausführungszeichen vor dem den Satz schließenden Punkt.
- Original: „Vor allem diese Gleichsetzung von Struktur und Zwang bringt nach Giddens einen Dualismus hervor, weil dann Struktur als etwas gedacht wird, was der menschlichen Handlung äußerlich und somit von Handlungen unabhängig ist."
- Auslassung: „Vor allem diese Gleichsetzung von Struktur und Zwang bringt nach Giddens einen Dualismus hervor […]".
1.4 Auslassung eines Satzendes in einem Zitat von mehreren Sätzen
- „Hmmmmmm mmm mmmmm […]. Hmmm mmmmm mmmmmmmmm."
1.5 Auslassung eines oder mehrerer Sätze in einem Zitat von mehreren Sätzen
- „Hmmmmmm mmm mmmmm. […] Hmmm mmmmm mmmmmmmmm."
Ergänzungen
Ergänzungen (auch Interpolationen genannt) sind Zusätze des Zitierenden zum Text des Zitats. Zitate dürfen auf diese Weise ergänzt werden, wenn es sich dabei entweder um eine notwendige oder sinnvolle Erläuterung oder um eine Anpassung an die syntaktische Struktur des eigenen Textes handelt.
2.1 Erläuterung
Die Erläuterung wird in eckigen Klammern eingefügt und mit dem Vermerk "d. Verf." (=der/die VerfasserIn) oder "d. A." (= der/die AutorIn) versehen.
- Original: „In diesem Jahr schloß er seine Arbeiten ab."
- Erläuterung: „In diesem Jahr [1914, d. Verf.] schloß er seine Arbeiten ab."
2.2 Anpassung
Die Anpassung wird ebenfalls in eckigen Klammern eingefügt, sie enthält aber keinen Vermerk.
- Original: „Gerade in dieser Zeit stellte die Sozialdemokratie in Preußen jenen Kulturminister, unter dem der Nationalsozialismus im Bildungswesen üppig gedeihen konnte."
- Anpassung: Zeitweise führte die Politik der Sozialdemokraten, die in Preußen „[…] jenen Kultusminister [stellte], unter dem der Nationalsozialismus im Bildungswesen üppig gedeihen konnte", zu fatalen Folgen.
2.3 Verschmelzungen
Einzelne zitierte Wörter können in den Satz-Zusammenhang des eigenen Textes mitaufgenommen werden. Veränderungen, die diese Wörter durch Deklination oder Konjugation erfahren, werden nicht gekennzeichnet.
- Original: „Das Subjekt kann sich nur auf einem für es vor-gesehenen Platz einfinden"
- Verschmelzung: Schlüpmann geht davon aus, dass im Kino aufgrund der speziellen Technik der Kino-Apparatur dem Zuschauer ein „vor-gesehener Platz" zugewiesen ist.
2.4 Hervorhebungen
Hervorhebungen in einem Zitat sind möglich. Die Entscheidung darüber, ob etwas hervorgehoben werden soll, liegt allein beim Verfasser. Es muß jedoch gekennzeichnet werden, dass die Hervorhebung nicht dem Original entstammt.
Möglichkeiten der Kennzeichnung:
- [Hervorhebung nicht im Original]
- [Hervorhebung vom Verfasser/Autor)
- [Hervorhebung M.M.] M.M. = Initial des Vor- und Nachnamens des Verfassers
2.5 Zitate im zitierten Satz
Manchmal wird ein Satz zitiert, in dem ein weiteres Zitat steht. Hier wird dieses Zitat in Apostrophe gesetzt.
- „Dieser Ansatz, die technologische Basis des Mediums Kino als eine bewußtseinsstrukturierende Apparatur zu begreifen, war mit der Vorstellung verbunden, 'dass
sich geschichtliche und d.h. gesellschaftlich hergestellte, künstliche Verhältnisse im Gewand natürlicher Ursprünglichkeit verbergen'."
2.6 Einführungen
Längere Zitate sollten immer förmlich eingeführt werden, insbesondere fremdsprachliche Zitate.
- Hierzu führt Simmel an: „…"; Wie Marx hier betont: „…"; etc.
weitere Regeln
- Diejenigen Stellen, die analysiert und interpretiert werden, sollen ausführlich zitiert werden.
- Nur diejenigen Textstellen aus der Sekundärliteratur werden zitiert, die in der Darstellung ein großes Gewicht haben.
- Das Zitat sollte entweder etwas Neues beinhalten oder Aussagen aufgrund von Autorität absichern.
- Wer zitiert, bringt damit zum Ausdruck, dass er die Meinung des Zitierten teilt – oder macht das Gegenteil sehr deutlich.
- Bei Zitaten sollte man sich bemühen, die anerkanntesten Ausgaben zu zitieren.
- Wird ein fremdsprachiger Autor zitiert, sollte die Originalsprache beibehalten werden.
Titelangabe
Titelangaben im Text
Bei den Titelangaben im Text ist zu beachten, dass diese Kurzform sich immer auf die ausführlichen Titelangaben im Literaturverzeichnis stützt.
- Die formale Kennzeichnung der Titelangabe entfällt.
- Die Titelangabe wird direkt im Text platziert, d.h. sie wird nach einem wörtlichen oder nicht-wörtlichen Zitat in runden Klammern eingefügt.
- Die Titelangabe erscheint in vollständiger Form im Literaturverzeichnis.
Bsp.:
- Ein Autor (Autor Jahr: Seitenzahl); Beispiel: (Giddens 1990: 120)
- Mehrere Autoren (Autor/Autor/Autor Jahr: Seitenzahl); Beispiel:(Flick/von Kardorff/Steinke 2003: 299)
- Mehr als drei Autoren (Erstgenannter Autor et al. Jahr: Seitenzahl); Beispiel: (Zapf et al. 1990: 55)
- Ein Autor, mehrere seiner Werke aus dem selben Jahr (Autor Jahr + a bzw. + b etc.: Seitenzahl); Beispiel: (Giddens 1990a: 120) + (Giddens 1990b: 9)
- Ein Autor, mehrere seiner Werke aus verschiedenen Jahren (Autor Jahr: Seitenzahl; Jahr: Seitenzahl); Beispiel: (Giddens 1990: 120; 1997: 87)
- Zwei Werke mit verschiedenen Autoren (Autor1 Jahr: Seitenzahl; Autor2 Jahr: Seiten); Beispiel: (Giddens 1990: 120; Friedrichs et al. 2002: 128)
- Wenn mehr als eine Seite zitiert wird (Autor Jahr: Seitenzahl + f. bzw. ff.) Beispiel: (Giddens 1990: 120f. bzw. 120ff.)
- Wenn auf ein Werk ohne Zitat hingewiesen wird (vgl. Autor Jahr); Beispiel:(vgl. Giddens 1990)
Titelangaben in Fußnoten
Normalerweise wird auch in der Fußnote nur die Kurzform verwendet, die sich wieder auf die ausführlichen Titelangaben im Literaturverzeichnis stützt. Die formale Kennzeichnung der Titelangabe im Text erfolgt durch die Anmerkungsziffer. Die Titelangabe wird als Fußnote platziert. Die Titelangabe erscheint in vollständiger Form im Literaturverzeichnis. Wie schon in Punkt ’II – Titelangaben im Text’ tritt in der Fußnote an die Stelle des gekürzten Titels nur noch der Nachname des Verfassers, das Erscheinungsjahr und die Seitenzahl als Kurzform der Titelangabe, dieses Mal allerdings ohne Klammern!
- Ein Autor Autor Jahr: Seitenzahl; Beispiel: Giddens 1990: 120
Wiederholtes zitieren aus dem selben Titel
Wird im eigenen Text auf einer Seite direkt hintereinander aus ein und demselben Titel zitiert, ergibt sich folgende Formkonsequenz:
- 12) Giddens 1990: 120.
- 13) Ebd.
Anmerkung
Grundlegend kann man quasi 4 Funktionen der Anmerkung unterscheiden. Rein formal gehen wir hier von der gebräuchlichsten Form der Anmerkung aus – der Anmerkung als Fußnote. Die formale Kennzeichnung der Anmerkung als Fußnote erfolgt im Text durch eine um eine halbe Zeile hochgestellte Ziffer – die sog. Anmerkungsziffer. Die Anmerkung wird mit der entsprechenden Anmerkungsziffer am Fuße der jeweiligen Seite platziert. Anmerkungen als Fußnote können entweder fortlaufend oder auf jeder Seite mit “1“ neu beginnend nummeriert sein.
Funktionen
- eine Anmerkung kann die Funktion eines Beleges haben, der die Titelangabe zum Nachweis des Herkunftsortes fremden Materials beinhaltet. (Achtung! Dies ist nicht die einzige Form des Nachweises, weitere folgen im Verlauf des Semesters!)
- als Ergänzung enthält die Anmerkung Hinweise auf weiterführende Literatur, ausführlichere Detailuntersuchungen, auf die im Text nicht weiter eingegangen werden kann, kontroverse Standpunkte, Diskussionen in der Literatur, einführende Werke, Zusammenfassungen und Übersichten.
- Anmerkungen dieser Art werden mit den Zusatz “vgl.“ (=vergleiche) eingeleitet.
- als Erläuterung dient die Anmerkung der Klärung von bestimmten Begriffen, enthält sie Ergänzungen zum besseren Verständnis zitierter Textstellen, weist sie auf Einschränkungen und nebensächliche Aspekte hin.
- als Querverweis gibt sie Hinweise auf Kapitel, Passagen, wichtige Ausführungen, Begriffserklärungen, Tabellen, Skizzen u.ä. im eigenen Text. Solche Querverweise können als Anmerkung in der Fußnote aber auch im Text untergebracht werden.
Hinweise zum Gebrauch von Anmerkungen:
- Querverweise sollten nur genutzt werden, um zur Verständlichkeit oder Übersichtlichkeit beizutragen. Sie sollten nicht eingesetzt werden, um mögliche Schwächen der Gliederung oder der inneren Schlüssigkeit eines Textes zu beheben.
- Wichtige Aussagen gehören in den Text und nicht in die Anmerkung.
- Anmerkungen sind kein Abladeplatz für über das Thema des Textes hinausgehende Kenntnisse.
Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis enthält sämtliche zum Thema benutzte Literatur. Dazu gehören:
- gelesene Literatur,
- in Auszügen gelesene Literatur,
- zitierte Literatur,
- statistisches Material,
- Online-Quellen,
- sämtliche andere Quellen (dazu können auch mündliche Informationen zählen).
Die Titelangaben im Literaturverzeichnis müssen, im Gegensatz zu jenen in der Fußnote, im Text, oder im Anmerkungsapparat, unbedingt vollständig sein. Umfang und Reihenfolge der einzelnen Angaben richten sich nach dem unterschiedlichen Material (Bücher, Sammelbände, Zeitschriften, Hochschulschriften etc.).
vollständige Titelangaben
Bücher
*Ein Autor
- Name, Vorname: Titel. Aufl., Bd., Ort: Verlag, Jahr.
- Name, Vorname Jahr: Titel. Aufl., Bd., Ort: Verlag.
- Giddens, Anthony: Sociology. 3. Aufl., Cambridge: Polity Press, 1997.
- Giddens, A.: Sociology. 3. Aufl., Cambridge: Polity Press, 1997.
- Maximus, Cäsar (2000): Wie beherrsche ich die Welt. Rom: Kaiser-Verlag.
- Bis zu drei Autoren
- Name, Vorname/Name, Vorname: Titel. Aufl., Bd., Ort: Verlag, Jahr.
- Name, Vorname; Name, Vorname: Titel. Aufl., Bd., Ort: Verlag, Jahr.
- Name, Vorname; Vorname Name und Vorname Name Jahr: Titel. Aufl., Bd., Ort: Verlag.
- Berger, Peter L./Luckmann, Thomas: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit: eine Theorie der Wissenssoziologie. 5., unveränd. Aufl., Frankfurt a.M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1989.
- Berger, P. L.; Luckmann, Th.: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit – eine Theorie der Wissenssoziologie. 5., unveränd. Aufl., Frankfurt a.M.: Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1989.
- Flick, Uwe; Ernst von Kardorff und Ines Steinke (Hrsg.) 2003: Qualitative Forschung – ein Handbuch. 2. Aufl., Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.
- Mehr als drei Autoren/Herausgeber
- Name, Vorname des Erstgenannten et al. (Hrsg.): Titel. Aufl., Bd., Ort: Verlag, Jahr.
- Name, Vorname des Erstgenannten et al. (Hrsg.) Jahr: Titel. Aufl., Bd., Ort: Verlag.
- Fuchs-Heinritz, Werner et al. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. 3., völlig neu bearb. und erw. Aufl., durchges. Nachdr., Opladen: Westdeutscher Verlag, 1995.
- Fuchs-Heinritz, Werner et al. (Hrsg.) 1995: Lexikon zur Soziologie. 3., völlig neu bearb. und erw. Aufl., durchges. Nachdr., Opladen: Westdeutscher Verlag.
Sammelbände
Name, Vorname Jahr, falls es vom Jahr des Sammelbandes abweicht: Titel des Aufsatzes, in: Vorname Name (evtl. Hrsg.), Titel des Sammelbandes. Aufl., Bd., Ort: Verlag, Jahr.
- Müller, Hans-Peter: Emile Durkheim (1858-1917), in: Dirk Kaesler (Hrsg.), Klassiker der Soziologie, Bd. 1: Von Auguste Comte bis Norbert Elias, 2., durchges. Aufl., München: Beck, 2000, S. 150-170.
- Staller, Josef (1957), Die Lebenswelt der Kuh, in: Maximilian Gülle (Hg.), Landleben und Leberwurst. Eine kritische Analyse des Hinterlandes. New York: Metropol-Verlag, 2003, S. 17-99.
Zeitschriften
Name, Vorname Jahr, falls es vom Erscheinungsjahr der Zeitschrift abweicht: Titel des Aufsatzes, in: Titel der Zeitschrift, Band- oder Jahrgangszahl (Erscheinungsjahr), Heft-Nr., Seitenzahlen. Name, Vorname Jahr: Titel des Aufsatzes, in: Titel der Zeitschrift, Band- oder Jahrgangszahl, Heft-Nr., Seitenzahlen.
- Freud, Jürgen, Das Ende der Psychologie, in: Psychologie und Wahnsinn 250 (1900), 2, S.999-1111.
- Abel, Richard 1995: Pathé Goes to Town – French Films Create a Market for the Nickelodeon, in: Cinema Journal 35,1, S. 3-26.
Zeitungsartikel
Name, Vorname: Titel des Artikels, in: Titel der Zeitung, v. Datum.
- Grobe, Karl: Südlich vom Mittelmeer, in Frankfurter Rundschau, v. 24.1.1976.
Online-Quellen
Firma/Person (Publikationsdatum). Titel. <Adresse>. Revisionsdatum/ Version/ Zitationsdatum.
Graue Literatur
Name, Vorname Jahr: Titel. Art der Hochschulschrift. Ort: Universitätsname, Seitenzahl.
- Kayser, Erika (1983) Deutsche Unterhaltungsfilme der 20er und 30er Jahre. Untersuchungen am Beispiel der Filme mit Lilian Harvey und Willi Fritsch. Phil. Diss. Osnabrück: Universität Osnabrück.
Ordnungskriterien
Literaturverzeichnisse werden in der Regel nach dem Alphabet der Verfassernamen geordnet. Zur Übersichtlichkeit empfiehlt es sich, Zeitungsartikel, Online-Quellen, Hochschulschriften und sonstiges Material am Ende des Literaturverzeichnisses gesondert aufzuführen.
Und zum Schluß noch ein Tip: Zitiert man mehrere Aufsätze aus einem Sammelband oder einer Zeitschrift, hat man folgende Erleichterungsmöglichkeit für das Literaturverzeichnis:
Bsp.:
- Kaesler, Dirk (Hrsg.): Klassiker der Soziologie. 2 Bde., 2. durchges. Aufl., München: Beck, 2000.
- Müller, Hans-Peter: Emile Durkheim, in: Kaesler 2000, a.a.O., S. 150-170.
- Nedelmann, Brigitta: Georg Simmel, in: Kaesler 2000, a.a.O., S. 127-149.
- je nach Konvention Autorennamen in großen Lettern, Vornamen ausgeschrieben, Kapitälchen, mit oder ohne Verlag, Artikel in oder ohne Anführungszeichen, Sammelbände und Zeitschriftentitel unterstrichen, Doppelpunkt oder Komma vor dem Titel, Punkte oder Kommata zwischen den einzelnen Angaben – oder nicht.
Quelle
https://www.isis.tu-berlin.de/mod/resource/view.php?id=27637
Beispiel Hausarbeiten
Hier kommen die Links der Arbeiten hin.
noch leer :(