Hartmut Rosa
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Zur Person
| Name: | Hartmut Rosa |
| Nationalität: |
Bundesrepublik Deutschland |
| Geschlecht: | männlich |
| Geboren: | 15. August 1965 (Lörrach) |
| Gestorben: | - |
| Begriffe /
Theorien: | Beschleunigung, Zeitsoziologie |
| Webseite: | http://www.soziologie.uni-jena.de/HartmutRosa.html |
Vorträge
Zeit & Innovation
Notizen von C.Scherf zur Rosa-Rede am 10.12.09 an der TU Berlin
Drei Formen der Beschleunigung:
- technische Beschleunigung (schnellere Fortbewegung und Produktion)
- Beschleunigung des sozialen Wandels (Steigerung der Verfallsraten, Gegenwartszeiten nehmen ab = "Gegenwartsschrumpfung")
- Beschleunigung des Lebenstempos (Gefühl der Zeitknappheit, Erhöhung der Handlungsepisoden pro Zeiteinheit, Simmel-Bezug: "Die Großstädter und das Geistesleben")
Beschleunigungszirkel als sich selbst antreibendes System:
- weil Zeitknappheit herrscht wollen Menschen technische Beschleunigung
- technische Innovationen sind die Antwort auf den "Zeithunger der Moderne"
Zum Phänomen der "Gegenwartsschrumpfung" am Beispiel des intergenerationalen Wandels:
- ist das Zeitfenster, das als Gegenwart erlebt wird, groß genug, könnten Traditionen über Generationen weitergegeben werden
- schrumpft die Zeitspanne der Gegenwart auf unter 20 Jahre, haben die Generationen nicht mehr den Eindruck, in der gleichen Welt zu leben
Steigerung des Lebenstempos und Säkularisierung
- in einer säkularen Welt wird der Tot als endgültig empfunden
- nicht-religöse Menschen versuchen, zwischen sich und ihrem Tod möglichst viel Erleben zu bringen
- da die Lebensspanne jedoch endlich ist, wird das Lebenstempo - also die Handlungen pro Zeiteinheit - erhöht
These: Verdichtung der Innovationsraten führt zur Beschleunigung und zu sozialen Patologien
- es kommt zu Synchronsationsproblemen durch die Beschleunigung, da sich nicht alles gleichschnell verändern kann
Mögliches Ende der Beschleunigung am Beispiel der Finanzkrise:
- Anzeichen, dass Wettbewerbslogik und Steigerung der Innovationsraten auseinanderfallen (langfristig kalkulierende Regionalbanken wirtschaften nachhaltiger als Finanzinstitute des globalen Finanzmarktes)
