21.06.07 Technikentwicklung als organisationaler Suchprozess
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Technikentwicklung als organisationaler Suchprozess
Thematischer Schwerpunkt:
Innovationstheorien in der Ökonomie: Schöpfung vs. Evolution
Zentrale Begriffe:
- Neoklassik: Innovationen resultieren aus dem nutzenmaxim. Handeln von Unternehmen
- Kritik von Nelson/Winter/Dosi:
(1) viele Orgs, die F&E betreiben, nicht durch Profit motiviert (staatliche und private Non-profit-Orgs)
(2) in vielen Industriesektoren interagiert staatliche und profitorientierte F&E in synergistischer Weise
(3) F&E ist ein unsicheres Geschäft; hinreichend zuverlässige Kosten- und Nutzenanalysen sind häufig zu Beginn kaum möglich; wären aber die Voraussetzung nutzenmaxim.Entscheidungskalküle
- Grundzüge der evolutionären Innovationstheorie:
Variation: Innovationen entstehen auf Grundlage org. Heuristiken und Routinen
Selektion: Erfolg einer Innovation entscheidet sich daran, ob sie in der Selektionsumgebung bestehen kann; die Selektionsumgebung besteht aus dem Markt sowie anderen Institutionen und Infrastrukturen
- Heuristik: erfahrungsgesättigtes Herantasten an Problemlösungen (ausprobieren)
- Routine: traditioneller Arbeitsablauf
- Selektionsumgebung:
demand pull: Nachfrage nach dem neuen Produkt oder Prozess
supply push: techn.-ökon. Möglichkeiten, das neue Produkt oder den neuen Prozess zu Preisen auf den Markt zu bringen, mit denen andere Angebote ausgestochen werden können oder eine bislang nicht vorhandene Nachfrage stimuliert werden kann
staatliche Regulierung und polit. Steuerung; intermediäre Institutionen (z.B. in der Standardisierung) gewachsene Infrastrukturen (z.B. das Tankstellennetz)
- Grenzen der Übertragbarkeit der biologischen Evolutionstheorie:
a) die Variation erfolgt nicht (immer) blind:
b) strateg. Akteure antizipieren erwartete Anforderungen der Selektionsum. in ihrem Handeln
c) die Selektionsumgebungen ist nicht (immer) unabhängig von der Variation:
d) strateg. Akteure werden danach streben, die Selektionsum. in ihrem Sinne zu steuern
- techn. Paradigma Denkmuster, in dem Problem definiert und gelöst werden muss
- techn. Trajektorie: Entwicklungsbahn, -verlauf, der gerichtet beschritten wird
- Nexus: Verbindung von Technikentwicklung und Selektionsumwelt etwa durch Test- und Forschungsabteilungen oder das Patentsystem.
- kulturelle Matrix: Realisierungswissen der Ingenieure
Kritik:
- schwierige Abgrenzung der Begriffe
- Soziales kommt im Konzept zu kurz, z.B. Nutzerakzeptanz
- Akteure meist Ingenieure, Umwelt sehr groß gebaut
- Technische Entwicklung und Selektionsumwelt bedingen sich wechselseitigà Metaphernvergleich mit biolog. Theorie häufig problematisch Diskussionsfragen:
Wie entstehen technologische Paradigmen/Regime?
Teil der org. Heuristiken oder Bestandteil der Selektionsumg. (Frage nach den "social loci")?
FdR: Robert