07.06.07 Technik und systemische Kontrolle

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Inhaltsverzeichnis

Thematischer Schwerpunkt

  • Übergang von personeller zur systemischen Kontrolle
  • vorherrschende Machtstrukturen (Management) die versuchen, sich zu reproduzieren, durch Einführung der EDV-Technik (Arbeitszeittabellen): Bezug zur Strukturationstheorie

These

EDV-Systeme sind Machtressourcen

Zentrale Begriffe

EDV-Systeme

allokative Ressourcen "ersten Ranges"
Medium der Speicherung autoritativer Ressourcen ,und damit auch allokativer Ressourcen

Allokative Ressourcen

= Herrschaft über Objekte, Güter oder materielle Phänomene

Materielle Aspekte der Umwelt (Rohmaterialien, materielle Machtquellen)
Materielle Produktions-/Reproduktionsmittel (Produktionsinstrumente, Technologie)
Produzierte Güter (Erzeugnisse, die durch das Zus. von 1 und 2 entstanden sind)

Autoritative Ressourcen

= Herrschaft über Personen oder Akteure

Organisation von Raum und Zeit, wie diese für soziales Handeln relevant werden (raum-zeitliche Konstitution von Wegen und

Regionen)

Produktion und Reproduktion des Körpers (Organisation und Beziehung von Menschen in gegenseitiger Gemeinschaft)
Organisation von Lebenschancen (Konstitution von Chancen der Entwicklung und des Ausdrucks des Selbst)

Macht

Macht bei Weber: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“

Macht nach Giddens: Als transformative Kapazität (soziale Praktik zur Veränderung der Zustände der Welt)

Strukturation

Beschreibt den Prozess der Reproduktion und Veränderung sozialer Systeme durch soziale Praktiken (nach Giddens)

Akteur

  • Strategische Akteure, die in nahezu allen Situationen Macht ausüben
  • Giddens: Akteure sind kreative, reflexionsfähige und mit Intensionalität ausgestattete Individuen (sie wissen stillschweigend was sie tun, während sie es tun - implizites Wissen/praktisches Bewusstsein)

Technik

Technik gibt keine Entwicklungen vor, diese sind immer Ergebnis von Aushandlungsprozessen. Letztere kann sie allerdings strukturieren und Spielräume „festlegen“.

Organisation

Organisationsbegriff bei Ortmann: Summe mikropolitischer Spiele. Hauptaugenmerk auf strategischen Aushandlungsprozessen.


Prinzipien der Technik

  • Speicherbarkeit von Ressourcen
  • Mittel der Machtausübung sind Ressourcen in dem Ausmaß ihrer Speicherbarkeit.
  • Die Speicherbarkeit allokativer Ressourcen bedarf der korresp. Speicherung autoritativer
  • Speicherung autoritativer Ressourcen = Speicherung von Information
  • Folgen: erhöhte Prozessbeherrschung des Managements durch:
Überwachung betrieblicher Prozesse (vs. lok. Erfahrungswissen, Zurückhalten von Infos)
Steuerung betrieblicher Prozesse (vs. interaktive Aushandlung)
Integration betrieblicher Prozesse (vs. Trutzburgen und Erbhöfe)
  • Systemisch: enge und lose Kopplung von Personen und anderen Systemkomponenten, jenseits der Kommunikation in face-to-face Beziehungen
  • Möglichkeit der Enthierarchisierung
* die Informatisierung ändert nichts an den Führungsstrukturen sondern erst die soziale Formung der Technik durch die Akteure

FdR Robert

FdR: MaGö, JuBu, RiBr

schöne Zusammenfasung zu Giddens auch hier: http://www.soziologie.uni-halle.de/kreckel/lehre/ss05_herrschaft_09.pdf

martin